Konzept für die Wohngemeinschaft

Ich möchte hier Menschen einen Wohnraum geben, in dem sie gemeinsam leben können.

Die Grundidee ist einer 50+ oder Ü50 WG oder auch Plus WG entnommen, wobei die Altersgrenze „über 50“ kein entscheidendes Kriterium ist.

Wichtiger ist hier, dass es keine Studenten-WG oder ähnliches werden soll, bei dem billig wohnen und viele Parties im Mittelpunkt stehen.

Freiheit und Grenzen der Freiheit in einer Wohngemeinschaft

Im Mittelpunkt steht ein gemeinsames Verständnis von einem Zusammenleben und dem Verbringen von gemeinsamer Zeit, ähnlichen Interessen und Werten. Aber in einer Form, in der der Einzelne sein persönliches Leben und seine individuellen Interessen ausleben kann, ohne dass die Gemeinschaft ihn übermäßig einschränkt.

Die Freiheit ist immer auch die Freiheit des anders Denkenden. Jeder Mensch hat seine eigenen Ideen, Weltvorstellungen, Werte, etc. Keiner dieser individuellen, persönlichen Meinung ist alleine wahr oder vollständig richtig. Eine Wohngemeinschaft lebt davon, dass sich alle mit den Ansichten des jeweils Anderen auseinandersetzen und diese Ansichten respektieren.

Der Unterschied zwischen „eine Ansicht respektieren“ und „eine Ansicht glauben und nach diese leben“ ist allerdings sehr groß. In dem Moment wo wir eine Ansicht glauben und nach ihr leben, sind wir „Gläubige“. Gläubige mit einem Hang zum Missionar sind in Gemeinschaften eher ein Problem. – Es sei denn alle Mitglieder der Gemeinschaft teilen diese Auffassung – was ausgesprochen unwahrscheinlich ist.

Eine Wohngemeinschaft lebt davon, dass jeder den Glauben des Anderen respektiert und gleichzeitig nach seinen eigenen Ansichten leben kann.

Aber: Eine Gemeinschaft lebt auch davon, dass Alle auf die Anderen Rücksicht nehmen und die Grenzen des Anderen respektieren. Und eine Gemeinschaft funktioniert nur, wenn alle und zu gleichen Teilen an den gemeinsamen Aufgaben arbeiten und bereit sind auf die Bedürfnisse des jeweils Anderen einzugehen. Die meisten Wohngemeinschaften erstellen für die Regelungen des Zusammenlebens eine „Hausordnung“.

Das Eigentum der Anderen

In einer Wohngemeinschaft gibt es drei Arten von „Sachen“.

  • Sachen die der Gemeinschaft zur Verfügung gestellt werden und „Inventar“ sind.
  • Sachen die einem Einzelnen gehören aber der Gemeinschaft zur Verfügung gestellt werden. Dieser Einzelne behält dann natürlich die Verfügungsrechte über diese Sachen. Er bestimmt weiterhin wie, bzw. von wem diese genutzt werden.
  • Sachen die einem Einzelnen gehören und nicht der Gemeinschaft zur Verfügung gestellt werden.

Für alle diese Sachen gilt:

  • Was Du kaputt machst, ersetzt Du.
  • Was Du dreckig machst, machst Du auch wieder sauber.
  • Fragen hilft. Also frage doch einfach, bevor Du anfängst Sachen von Anderen zu benutzen.

Wohngemeinschaften und Nachhaltigkeit

Wohngemeinschaften sind eine sehr effiziente und nachhaltige Form des Zusammenlebens.

  • Wie viele Stunden in der Woche verbringen wir im Bad?
  • Wie viele Stunden verbringen wird in der Küche?
  • Wie viele Stunden verbringen wir auf der Terrasse?
  • Wie viele Stunden in der Woche nutzen wir eine Waschmaschine?

Wenn wir eine Wohnung alleine nutzen, dann werden diese Räume bereit gehalten – sie werden geheizt, geputzt und bezahlt, aber den wesentlichen Teil der Zeit stehen sie leer.

Warum sollen diese Räume in dieser Zeit nicht von jemandem Anderen genutzt werden?

Eine gemeinsame Nutzung von Räumen und Ressourcen ist natürlich nur dann möglich, wenn alle mit diesen Räumen so umgehen, sie so pflegen und so nutzen, dass die Nutzung eines Anderen nicht ausgeschlossen ist.
Aber wenn jeder, der in einer solchen Gemeinschaft wohnt, entsprechend kooperativ und kompromissbereit handelt, ist ein solches Zusammenleben recht konfliktfrei, wenn alle miteinander reden und gemeinsame Einigungen finden.

Nein, dieses Konzept einer Wohngemeinschaft ist nicht von mir.
Ein Freund von mir hat zusammen mit seiner Partnerin ein solche Wohngemeinschaft in Lahnstein. Er hat 2014 ein ehemaliges Kloster gekauft und eine Wohngemeinschaft mit ca. 11 Personen gegründet.

Private Räume und Gemeinschaftsräume

Ich denke jeder Mensch braucht einen Raum, der ihm gehört, über den er verfügen kann und den er gestalten und möblieren kann, wie er möchte.

Die Zimmer sind aus diesem Grund zunächst einmal weiß – und damit neutral.
Das gibt jedem Mieter die Möglichkeit, seinen Raum individuell zu gestalten.
Jedes Zimmer hat ein gutes Schloss und natürlich hat jeder einen Zimmerschlüssel für sein Zimmer.

Ich denke eine Gemeinschaft muss sich entwickeln. Und damit ein Haus ein gemeinsames Zuhause wird, müssen alle eine Möglichkeit haben, dieses Haus mit zu gestalten.
Jeder Mensch braucht eine Möglichkeit, sich selber einzubringen und ein Stück von dem Haus mit einzurichten und mit zu gestalten. – Natürlich immer in Absprache mit den anderen Menschen der Gemeinschaft, die ihm diese Möglichkeit aber gerne geben werden.


Entsprechend sind alle Räume zunächst einmal neutral weiß und mehr oder weniger leer. Womit diese Gemeinschaft diese Räume füllen wird, liegt in der Entscheidung der Gemeinschaft.
Die eigenen Räume, der Garten, der Vorgarten, die Terrassen und alle Gemeinschaftsräume sind Möglichkeiten, sich selber zu verwirklichen.

Der Vermieter

Ich wohne auch in diesem Haus, zusammen mit meiner Frau. – Allerdings wohnen wir auch in einem ehemaligen Bauernhof in Birresdorf. Wir werden wohl nur wenige Tage im Monat in dem Zimmer sein, in dem ich seit über 40 Jahren meinen Lebensmittelpunkt habe.
Aber für mich ist es emotional unmöglich dieses Zimmer aufzugeben. Deswegen halte ich es, auch wenn ich den Raum nicht wirklich brauche. Und dieses Zimmer steht noch ein paar anderen Menschen zur Verfügung, wenn sie einmal für ein paar Tage nach Ahrweiler kommen wollen.
Ich werde die Gemeinschaftsräume nicht nutzen und sie stehen auch keinem meiner Besucher zur Verfügung.

Ein paar Grundregeln für alle Mieter

Ich habe von meiner Seite in paar wenige Regeln, die ich gerne eingehalten hätte:

  • In dem Haus ist Rauchen verboten – außerhalb des Hauses auf den Balkonen, Terrassen, etc. natürlich nicht.
  • Die Haltung von Hunden ist in dem Haus nicht möglich.
  • Die Zimmer werden immer nur an eine Einzelperson vermietet. Eine Untervermietung oder ein längeres Wohnen (oder Dauerbesuche) von „nicht Mietern“ in den Räumen ist nicht möglich.
  • Kochen in den Zimmern ist nicht erlaubt. Wir haben eine komplett eingerichtete Küche, die Euch zur Verfügung steht.
  • Die Pflege des Gartens, Straßenreinigung, Winterdienst und was sonst noch so zu den Tätigkeiten gehört, die mit einem Haus verbunden sind, liegt in den Händen der Mieter.